summaryrefslogtreecommitdiff
path: root/content/kreatives/engel.md
blob: 0c2983fafebb0b017fb9921445275aa08ea72b88 (plain)
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
32
33
34
35
36
37
38
39
40
41
42
43
44
45
46
47
48
49
50
51
52
53
54
55
56
57
58
59
60
61
62
63
64
65
66
---
date: 2015-06-01
title: Engel
draft: true
---

<!--more-->
Ich stehe in einer grauen Menschenmenge. Alles ist dunkel. HILFE!
Ich ertrinke, ein Teufel stößt mich, wo ist die Sonne, ich sehe sie nicht?
Es ist hoffnungslos. Die Farbe weicht aus mir, ich gebe auf. Es gibt keine Hoffnung, hat es nie gegeben.

Ziellos schwimme ich in der Masse umher, werde immer verlorener. Wie schön es wäre, auch grau zu sein!
Hinten blitzt etwas. Was? Langsam schwimme ich darauf zu, doch schon ist es wieder weg.
Schade.
Nichts ist mir mehr geblieben. Ich bin wie die anderen.
Da springt mir etwas an die Schulter - Was ist das?!
Es blinkt ganz freundlich, aber schon ist es wieder unsichtbar.
Ein Funke bleibt mir noch. Langsam, nicht bewegen, sonst kommt es nicht wieder. Es hat Angst, glaube ich.
Und es ist neugierig. Ich auch.

"Hey, wer bist du?"
Das ist gar kein Blitzdings, das ist ein Engel! Der Engel ist weiblich und hat wunderschöne Haare.
Langsam taste ich mich zurück, von Panik übermannt. Sie scheint verunsichert, huscht zwischen der grauen Masse hin und her.
Dann schlägt ein Blitz in mich ein. "Hi." Der Engel lächelt freudestrahlend.
"Warum leuchtest du so?"
Stirnrunzelnd werde ich angesehen. "Leuchten? Wieso? Du glitzerst doch so nett. Hier ist alles grau und einsam. Nur du nicht."
Ein wenig verwundert bin ich nun auch.

Der Engel kommt mir näher. Wie fasziniert streicht er über mein Gesicht.
Etwas verschreckt weiche ich zurück, da springt sie auch gleich hinter die nächste Ecke.
Ein Strudel erfasst mich, Dunkelheit kommt von überall, ich falle!
Wie in Trance sehe ich den Engel.
"Gib nicht auf! Nicht aufgeben..."

. . .

Ein wirres Farbenspiel. Es ist wie auf Drogen, die Umgebung scheint in allen Formen gleichzeitig zu leuchten, Mond und Sonne wechseln sich ab.
"Wo bin ich? Ich kenne diesen Ort."
Es ist niemand zu sehen. Keine Menge, kein Engel. Meine Schritte verursachen Schlieren in der Umgebung. Ich muss anfangen, zu lachen, Freude durchströmt meinen Körper und ich fange an zu zucken.
WACH AUF Glücklich wie noch nie laufe ich über das Gelände, es gibt nichts und niemanden, was mich aufhält.
WACH AUFwar das? Risse spalten die ErdeUSST JETZT AUFWACHkommt mir vor, als würde sich der Himmel auf die Erde zubeweAUFWACHEN
Die Farben verblassen, der Strudel kommt zurü-
BAM!
Irgend ein Idiot hat mir eine Ohrfeige verpasst. Wenn ich den erwische.

. . .

Wo bin ich? Da ist nirgendwo eine Menschenmenge und auch kein rosafarbener Mond.
Aber auch kein Engel. Ein wenig enttäuscht bin ich schon.

Aaaah, habe ich Kopfschmerzen. Aber woher? Stöhnend richte ich mich auf.
Da ist eine Bank, die kenne ich. Habe ich von der gerade geträumt?
Und was ist das? Dort steht ein blondes Mädchen, etwas auf Abstand.
Es sieht mich schüchternd an. Wie lange steht es schon hier?
"Du bist umgekippt und warst bewusstlos. Du hast geschrien."
"Was?"
"Es tut mir Leid, es tut mir so furchtbar Leid, ich wollte dich nicht schlagen, aber du hast so erbarmungslos gekeucht, und ich hatte Panik und du hast mich nicht gehört und -"
Das Mädchen brach fast in Tränen aus. Irgendwie tat es mir Leid.
"Ist schon ok. Danke."
Behutsam fasste ich ihr auf die Schulter. Erschrocken wollte sie einen Schritt zurückmachen, sah mir mit offenen Mund in die Augen.
Da sah ich das Blitzen. Es war der Engel aus meinen Träumen. Auch sie schien etwas zu erkennen, als sie mir in die Augen sah.
Eine Minute standen wir so da. Keiner konnte den Blick vom anderen lösen.
"Woher...?"
"Es ist egal."

Nebeneinander her gingen wir dem Sonnenuntergang entgegen.